Heizöl SA: Preiswerte Energie - ein Lebenselixier für die mittelständische Industrie
Der FPE (Förderkreis Preiswert-Energie) ist eine Gemeinschaft von Spezialisten rund um das Produkt Heizöl SA (=schwefelarm), bestehend aus Produzenten, Handelshäusern, Additivherstellern sowie Kessel/Brennerherstellern und Energieberatern. Die Akzeptanz des Brennstoffes bei Anlagenbetreibern, Behörden und Ministerien ist zentrales Thema des FPE. Im Rahmen des FPE-Jahrestreffens vom 23. März 2011 und der Einführung des neuen Vorstandes Dipl.-Ing. Ulrich Nowak kam das folgende Interview mit Jan-Dirk Meurer, dem Geschäftsführer des FPE, zustande, das die Tätigkeit des Förderkreises beschreibt und bilanziert.
Interview mit dem Geschäftsführer des Förderkreises Preiswert-Energie,
Jan-Dirk Meurer
Was war der Auslöser zur Gründung des Förderkreises Preiswert-Energie?
J.-D. Meurer: Die mangelnde Akzeptanz für schweres Heizöl (HS) und die Unkenntnis seiner Vorzüge bei industriellen Verbrauchern, Genehmigungsbehörden und Planern führte geradewegs zur Gründung des Förderkreises Preiswert-Energie. 1996 erschien unter dem Titel „Heizöl schwer: Ein Leben nach dem Tod“ ein Artikel im „Brennstoffspiegel“, in dem erläutert wurde, dass es trotz der Vorgaben der TA Luft möglich ist, Großkessel weiterhin mit HS zu betreiben, anstatt, wie von der Politik gefordert, auf HEL oder Gas umzustellen. Das war ja schließlich eine Frage des Preises und ist es im Übrigen bis heute. Die Firma ERC GmbH entwickelte 1989 das Verfahren zur NOX-Reduktion für kleinere Dampfkessel im Geltungsbereich der TA Luft. Damit war die Voraussetzung geschaffen, dass speziell mittelständische Unternehmen den preiswerten Brennstoff Heizöl SA nutzen konnten.
Wieso haben Sie sich persönlich engagiert?
J.-D. Meurer: Ich hatte die Grundlagen zur Einhaltung der gesetzlichen Emissionswerte, speziell der Stickoxide, geschaffen und bin seit 1963 mit diesem Brennstoff beschäftigt. Zu dieser Zeit waren es Korrosionsprobleme in den Kesseln, die mit der Umstellung von Kohle auf HS auftraten und schließlich durch Zusätze gelöst wurden. In den 70-er Jahren galt es nach den Ölkrisen, die Verbrennung durch Additive zu optimieren. Die große Herausforderung der Stickoxidminderung kam jedoch 1986 mit dem Umweltschutzgesetz der TA Luft. Das Kapitel wurde mit der TA Luft 2002 und den damit verbundenen Vorgaben fortgeschrieben. So beschäftige ich mich seit 2005 unter Mitwirkung von Wissenschaftlern und dem Umweltbundesamt mit dem Nachweis, welche Parameter im Heizöl zulässig sind, damit neue Grenzwerte eingehalten werden können.
Welchen Anteil haben/ hatten Sie am Förderkreis Preiswert Energie?
J.-D. Meurer: Ich bin in diesem Verband seit seiner Gründung im Jahre 1997 Geschäftsführer und kämpfe seitdem für den Erhalt des schweren Heizöls im deutschen Wärmemarkt. Es ist, wenn Sie so wollen, mein Lebensmotto, das mich begleitet und beschäftigt. Speziell in unserer Vereinsarbeit haben wir Akzeptanz als neutrale Interessensvertreter der HS-Verbraucher bei Behörden und Ministerien erlangt.
Beschreiben Sie die Entwicklung des FPE?
J.-D. Meurer: 1997 starteten wir mit 5 Mitgliederfirmen. Heute sind es 25 Unternehmen, die uns unterstützen, sei es HS-Händler, Transportfirmen, Kessel- und Brennerbaufirmen sowie Dienstleister wie Tank- und Kesselreinigungsfirmen, die sich im Förderkreis Preiswert-Energie engagieren. Die Entwicklung ist also stetig nach oben verlaufen. Der Förderkreis konnte immer wieder darauf verweisen, wie wichtig es für den Erhalt eines gesunden Mittelstandes ist, dass preiswerte Energieträger verfügbar sind. Außerdem konnte der Förderkreis deutlich machen, dass der Preisunterschied zwischen schwerem Heizöl und HEL bzw. Gas tatsächlich evident ist für die Existenz einer funktionierenden Industrie in vielen Bereichen.
Welche Bedeutung hat der Förderkreis heute?
J.-D. Meurer: Ohne uns wäre HS in Deutschland im Geltungsbereich der TA Luft kaum noch einsetzbar. Hierfür hatte unser Mitglied, die ERC GmbH, im Jahr 1990 mit dem Emissions-Reduzierungs-Konzept für die Dreizugkessel die Voraussetzung geschaffen. Es gab bis zu diesem Zeitpunkt keine praktikable Lösung für die Reduktion der Stickoxide an diesem in der mittelständischen Industrie überwiegend verwendeten Kesseltyp. Der FPE hat damit als Interessensvertreter der verbliebenen HS-Verbraucher eine beratende Funktion, vor allem bei den Genehmigungsbehörden, wahrgenommen, nach 2005 insbesondere dann auch bei den Umweltministerien der Länder. Unser Problem ist die geringe Akzeptanz bei den Behörden. So bilden wir das Bindeglied zwischen Verbrauchern und den Vollzugbehörden.
Wieso ist Heizöl SA nach wie vor für bestimmte Bereiche der mittelständischen Industrie wichtig?
J.-D. Meurer: Es ist der preiswerteste Energieträger, der auch Einfluss auf die Preisbildung beim Erdgas hat, da Gaslieferverträge immer noch unter Einpreisung von HS-Notierungen abgeschlossen werden.
Ist der Vorteil von Heizöl SA gegenüber Gas oder Heizöl EL tatsächlich so groß?
J.-D. Meurer: Bei Erdgas ist zurzeit kein Preisvorteil gegeben. Heizöl EL war in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 85% teurer.
Muss die energieabhängige mittelständische Industrie in Deutschland Veränderungen an ihren Anlagen durchführen lassen, wenn die neue Schwerölqualität 2012 Standard wird
J.-D. Meurer: Die neue HS Qualität ist schwefelärmer, der Schwefelgehalt ist verbrennungstechnisch unbedeutend. Insofern gibt es keinen Veränderungsbedarf. Der ursprüngliche Schwefelgehalt von 2,8 % (1989) wird im Oktober 2012 auf einen Wert von 0,5 % reduziert. Interessant ist nur, dass dieser geringe Schwefelgehalt dann auf dem Niveau der Dieselqualität der achtziger Jahre liegt.
Können Sie ein konkretes Beispiel für das Einsparpotential nennen?
J.-D. Meurer: Vergleichen Sie den aktuellen HS Preis mit dem von HEL, Sie werden sehen, die Ersparnis beträgt mehr als 40 % der Energiekosten. Es lohnt sich!
Vielen Dank für dieses Gespräch!
Kontakt:
Förderkreis Preiswert-Energie e.V.
Bäckerstraße 13
D - 21244 Buchholz i.d.N.
www.fpe-ev.de






